Lebe achtsam! – Anti-Stress-IMPULS Nr. 10

„Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegen unsere Freiheit und die Möglichkeit, unsere Antwort zu wählen. In unserer Antwort liegen unser Wachstum und unsere Freiheit.“
(Viktor Frankl, Neurologe und Psychiater)

Innere Ruhe und Gelassenheit stärken uns im Umgang mit Stress und Belastungen. Die Praxis der Achtsamkeit ist dabei eine wirkungsvolle Methode, die mittlerweile auch außerhalb ihrer spirituellen Ursprünge einen festen Platz in der Psychologie und Medizin gefunden hat.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass regelmäßige Achtsamkeitsübungen dazu führen, dass Menschen sich selbstbewusster fühlen, emotional ausgeglichener sind, weniger ängstlich und gereizt, weniger gestresst. Auch Verbesserungen der Konzentrationsfähigkeit und des Immunsystems ließen sich in Studien nachweisen. Regelmäßige Achtsamkeit scheint zu wirken und gut für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit zu sein.

Bei der Achtsamkeit geht es darum, den aktuellen Augenblick in seiner ganzen Vielfalt intensiv wahrzunehmen, mit der Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt zu sein und nicht in der Vergangenheit oder der Zukunft. Dies alles geschieht mit einer aufmerksamen und annehmenden (nicht wertenden) Haltung. Wenn wir Achtsamkeit regelmäßig üben und praktizieren, dann nehmen wir unsere üblichen Reaktionsmuster bewusster wahr, wir können diese Muster eher erkennen und auch akzeptieren. Unser Blick auf die Dinge weitet sich und der Moment wird umfassender erlebt. Durch die regelmäßige Beobachtung von Gedanken, Empfindungen und Emotionen wird uns auch klarer, wodurch unsere Belastungen verursacht werden. Das ermöglicht uns insgesamt einen flexibleren Umgang mit unseren Belastungen.

Achtsamkeit kann auf vielfältige Art und Weise praktiziert werden: durch strukturierte Übungen genauso wie durch achtsames Handeln im Alltag.

Achtsam Handeln – wie geht das?

Wie oft sind wir  beim Zähneputzen schon mit den Gedanken bei der Arbeit, beim Weg zur Arbeit gehen wir schon die Einkaufsliste durch oder beim Kochen wird innerlich schon der Plan fürs Wochenende zusammengestellt. Hier kann Achtsamkeit geübt werden, tagtäglich im Alltag. Beim achtsamen Handeln richten wir unser Aufmerksamkeit auf das, was wir tun, und darauf, die Empfindungen, die dabei entstehen, annehmend zu beobachten. Sobald unsere Gedanken abschweifen, lenken wie sie wieder zurück auf das, was wir tun. Zu Beginn gar nicht so einfach, nach einer Weile geht es dann immer leichter.

Vielleicht haben Sie ja Lust, sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen. In speziellen Kursen oder auch mit entsprechenden Büchern oder Medien können Sie sich mit dem Prinzip der Achtsamkeit vertraut machen. Auch in meinen Seminaren biete ich immer wieder kleine integrierte Achtsamkeitsübungen als Teil in einem Gesamtpaket zu den Themen Stressbewältigung und Resilienz an.

An dieser Stelle noch ein Tipp für eine kostenlose App zum Thema, die mir in diesem Jahr besonders gut gefallen hat: AOK-App „meine ich-Zeit“ (an 30 Tagen eine Erinnerung sich für zwei Minuten auf sich selbst zu konzentrieren, bewusst zu entspannen und achtsam zu sein). Diese App gibt es zum Herunterladen in den üblichen App-Stores.

In diesem Sinne: „Lebe achtsam und fang doch gleich damit an!“